| | | | | Baujahr: | 1966 | | | Hersteller: | Mercedes-Benz | Typ: | O 317 | | Aufbau: | Ludewig | Motor: | MB OM 352 | | Leistung/Hubr.: | 185 PS / 10809 ccm | Gewicht: | 11500 kg | | Länge: | 12000 mm | Breite: | 2430 mm | | Höhe: | 3750 mm | Plätze: | 47Sitz, 93Steh | | Vita: Dieser Bus des Museums "The Bus Collection at Alford" stammt ursprünglich von der Krefelder Verkehrs AG und trug dort die Nummer 7105. Neben dem baugleichen Bus im Besitz der Ruhrbahn GmbH ist dies das zweite noch bekannte Exemplar eines Ludewig Anderthalbdeckers auf Mercedes-Benz O 317-Chassis. Dieser Bus zeigt den Briten, die an den Anblick von Doppeldeckerbussen gewohnt sind, die etwas abweichende Entwicklung des ÖPNV in Deutschland. Dort gab es schon bald nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Bestrebung, die Anzahl der beförderten Fahrgäste innerhalb der gesetzlichen Längengrenzen zu maximieren. In Westdeutschland wurde zu Beginn der 1950er Jahre ernsthaft darüber nachgedacht, wie die Fahrpreise kassiert werden sollten, wenn mehr Fahrgäste in einem einzigen Fahrzeug befördert wurden. Dazu wurden grundsätzlich zwei Ansätze verfolgt. Eine Lösung wäre die Vereinfachung der Tarifstrukturen sowie Förderung des Fahrkartenverkaufs an Fahrgäste außerhalb des Fahrzeugs, um Verspätungen an den Bushaltestellen zu minimieren und die Arbeit der Schaffner zu erleichtern. Der zweite Ansatz war, in den Fahrzeugen einen größeren Stehbereich im Heck zu schaffen. Die Fahrgäste sollten dann an einem sitzenden Schaffner vorbei gehen, der die Fahrkarten verkaufte und zuletzt durch die vorderen Türen wieder aussteigen. In Westdeutschland entwickelten sich die üblichen Typen von großen Kraftomnibussen in Form der Anderthalbdecker und der Gelenkbusse. Der Anderthalbdecker war ursprünglich in den späten 1940er Jahren von der Essener Firma Ludewig als Reisewagenkarosserie entwickelt und in den 1950er Jahren für Stadtbusse mit hoher Fahrgastkapazität weiterentwickelt worden. Dazu wurden in der Regel dreiachsige Fahrgestelle verwendet. Ludewig passte seine Karosserie an die Fahrgestelle eines beliebigen Herstellers an.
Das Leergewicht dieses Krefelder Anderthalbdeckers beträgt etwa 11,5 Tonnen. Das ist im Vergleich zu britischen Bussen aus dem gleichen Zeitraum sehr schwer. Die niedrige Bauform des Oberdecks mit seitlicher Gangway ermöglichte die Unterbringung von zusätzlichen 21 Sitzplätzen, ohne die Stehfläche zu beeinträchtigen und hielt die Höhe des Fahrzeugs niedrig. Das Fahrgestell des Busses ist der Mercedes-Benz O 317, bei dem das Fahrgestell verlängert und um eine dritte, nicht angetriebene Achse ergänzt wurde. Dieser Bus befand sich von 1965 bis 1978 im Besitz der Krefelder Verkehrs AG. 1978 wurde er der Partnerstadt Leicester geschenkt. Im selben Jahr erhielt Krefeld im Gegenzug den Leicester 85, einen Leyland-Doppeldecker aus dem Jahr 1964 mit East Lancs-Karosserie. Auf dem Schild an der Seite des Busses stand bei der Übergabe "Presented to Leicester City Transport by the Krefelder Verkehrs A.G." Der O 317 erhielt daraufhin die britische Zulassung EFP521T. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits für den reinen Fahrerbetrieb umgebaut worden. Die Breiten der vorderen und hinteren Türen waren bereits geändert und einige Sitzgelegenheiten im Heckbereich hinzugefügt worden. Nachdem Leicesters städtischer Busbetrieb Teil der Grampian Transport Holdings-Gruppe wurde, kam der Bus nach Aberdeen und schließlich in die Obhut des Museums.
An dem Bus sind einige Restaurierungsarbeiten erforderlich, die aber zunächst zurückgestellt sind (Stand 08/2024).
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